03. Oktober 2018

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Die andere Seite der Tour de France 2017


Fabian Wegmann als Co-Moderator bei Eurosport und der ARD

Sabine Roters spricht mit Fabian Wegmann

Roters: Co-Moderator bei der ARD und Eurosport. Ist das Dein neues Leben als Ex-Profi?
Wegmann: Es ist ein Teil davon, zumindest im Moment.

Roters: Wenn man Dich im TV sieht, könnte man meinen, Du hättest nie was Anderes gemacht. Ganz cool und gelassen kommentierst Du das Rennen ...
Wegmann: Es macht einfach tierisch viel Spaß. Deshalb bin ich vermutlich so gelassen.

Roters: Dann werden wir Dich auch nach der Tour de France noch oft im TV sehen?
Wegmann: Nach der Tour steht für mich erstmal der Sparkassen Münsterland Giro auf dem Plan. Ich bin Botschafter des Giros und Sportlicher Leiter. Das Rennen ist am 03. Oktober und bis dahin gibt es noch viel zu tun für mich und das Team. Es wird aber sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich als Co-Moderator dabei war.

Roters: Eine Karriere wie Rudi Cerne schwebt Dir also nicht vor?
Wegmann: Mein Herz schlägt doch sehr für den Radsport. Wer weiß, was so noch kommt, aber dem Radsport und dem Sparkassen Münsterland Giro möchte ich schon eng verbunden bleiben.

Roters: Zurück zur Tour de France. Du bist selbst siebenmal mitgefahren. Juckt es Dich nicht, mitzufahren?
Wegmann: Mittlerweile nicht mehr so sehr. Ich habe damals viel gelitten und das reicht mir. Aber es fühlt sich jetzt großartig an, dabei zu sein und alles aus einer anderen Perspektive sehen zu dürfen. In mir ist schon oft ein kribbeliges Gefühl.

Roters: Vor Glück?
Wegmann: Glück nicht. Es ist eher ein großes Gefühl der Faszination.

Roters: Wie ist Dein Tipp. Wer gewinnt am Samstag das Zeitfahren? Tony Martin? Hat er die Nerven dafür?
Wegmann: Definitiv. Das ist sein ganz großes Ziel. Schließlich ist am Samstag seine letzte Chance.

Roters: Wie schätzt du Bauke Mollema ein. Hat er das Zeug noch einmal eine Etappe zu gewinnen? Am Mittwoch kommen die Alpen.
Wegmann: Ich glaube, es wird keine Ausreißer mehr geben und das Rennen wird unter den Favoriten entschieden. Aber wer weiß. Mollema war gestern super stark und vielleicht ist er der lachende Dritte.

Roters: Hattest Du Zeit, Dich mit Christian Knees zu unterhalten? Wie fühlt er sich als Wasserträger von Froome?
Wegmann: Nein, leider nicht. Aber ich finde, er macht einen tollen Job und ist in einer sehr guten Form.

Roters: Froome steht an der ersten Stelle der Gesamtwertung. Übermorgen kommen die Alpen. Hat Aru als Bergfahrer nicht dann die besseren Karten, die Tour für sich zu entscheiden?
Wegmann: Seit etwa 50 Jahren war Spitzen-Feld nicht mehr so eng beieinander wie in diesem Jahr. Und Froome konnte gestern gut kontern. Ich meine, alle haben noch die Gelegenheit, die Tour zu gewinnen. Alles ist offen.

Roters: Kommen wir zu Simon Geschke oder auch Andre Greipel. Was sagst Du. Haben beide noch einen Tagessieg im Kopf?
Wegmann: Geschke hätte gestern die Chance gehabt, die Strecke lag ihm. Daher glaub ich nicht, dass er jetzt noch einen Etappensieg im Kopf hat. Greipel hat morgen die Gelegenheit. Ich bin gespannt und drücke ihm natürlich die Daumen.

Roters: Wer sind für Dich die wahren Helden der Tour - jenseits der Kameras?
Wegmann: Das sind die Leute, die jeden Tag Start und Ziel aufbauen. Chapeau. Ohne die, könnte die Tour nicht stattfinden.

Roters: Wie würdest Du diesen Satz vervollständigen: Die Tour des France ist ...
Wegmann: ... das größte Volksfest der Welt. Wie viele Menschen rechts und links am Straßenrand stehen und tagelang campen, nur um einmal die Fahrer zu sehen. Wahnsinn. Dort wird gefeiert und gegrillt. Es tut so gut, wenn man als Fahrer angefeuert wird. Ein Gefühl und Erlebnis, was ich niemals vergessen werde.