03. Oktober 2018

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Nationalteam mit Heimvorteil und Ambitionen: Degenkolb und Wegmann führen BDR-Auswahl an


John Degenkolb am 3. Oktober 2011 im Münsterland. Foto: René OehlgenMünster – Der Kapitän für die Weltmeisterschaften ist auch der Kapitän im Münsterland: John Degenkolb, zuletzt vierfacher Etappensieger der Spanienrundfahrt, gilt auch für den Sparkassen Münsterland Giro.2014 zu den Top-Favoriten. Allerdings hat das Nationalteam im Kampf um den Sieg vor dem Schloss in Münster neben Degenkolb noch mehrere heiße Eisen im Feuer. «So gut besetzt wie in diesem Jahr war die Nationalmannschaft im Münsterland noch nie», so Rainer Bergmann, Organisationsleiter des Rennens.

Mit besonderer Aufmerksamkeit wird dabei natürlich der Auftritt von Lokalmatador Fabian Wegmann erwartet. Der 34-Jährige aus Münster war bei acht Auflagen seines Heimrennens sechs Mal am Start und hatte bereits bei der Premiere den Sieg vor Augen, am Ende gewann statt Wegmann aus seiner Ausreißergruppe allerdings Paul Martens – für Wegmann gab‘s Platz 73 und zumindest den Sieg in der Sprintwertung. Sein bestes Ergebnis am Schlossplatz feierte der Profi vom US-Team Garmin Sharp, damals für Leopard-Trek, beim ersten Sieg von Marcel Kittel im Münsterland im Jahr 2011 auf Platz sechs.

«Natürlich ist das Rennen in der Heimat immer ganz besonders für mich», so Wegmann. «Mein Ziel ist klar, ich will in die Fluchtgruppe kommen. Im vergangenen Jahr, als die Gruppe durchgekommen ist, hat es leider nicht ganz geklappt. Aber ich versuche es auf jeden Fall wieder.» Dabei will der Münsteraner auch von der diesjährigen Streckenführung profitieren: «Die kommt uns auf jeden Fall eher entgegen als die im Vorjahr – auch für Degenkolb für den Sprint», schätzt der Träger des Bergtrikots der Tour de France. «Aber egal wie das Rennen läuft, wir haben eine gute Mannschaft, mit der wir das Rennen am 3. Oktober mitgestalten werden», verspricht Wegmann. «Für mich persönlich hoffe ich natürlich auf eine kleine Fluchtgruppe, aber mit Degenkolb können wir auch jeden Sprint gewinnen.»

Wie sein Teamkollege Wegmann war auch Degenkolb am Schlossplatz in Münster bereits nah dran am Sieg und konnte bereits Podiumsluft schnuppern. Vor drei Jahren wurde er bei seinem bisher einzigen Start im Münsterland knapp geschlagen Zweiter. Auch damals war der 25-Jährige vom niederländischen Team Giant-Shimano übrigens für die Nationalmannschaft unterwegs. Nach zuletzt vier Siegen bei der Vuelta a España sehen Degenkolbs Chancen für einen Sieg also bestens aus.

Zum Aufgebot des Bund Deutscher Radfahrer (BDR) gehört mit Rick Zabel auch ein Fast-Lokalmatador. Der 20-Jährige aus Unna, der beim BMC Racing Team in der Schweiz unter Vertrag steht, war im verganenen Jahr am Schlossplatz bereits Siebter, bei seiner Premiere im Profirnnen in Münster hatte er 2012 Platz 26 belegt. Die Finalerunde kennt der Etappensieger der Tour de Normandie und Fünfte der Junioren-Weltmeisterschaften übrigens schon seit seiner Zeit als Nachwuchsfahrer: Vor Fünf Jahren war der Sohn von Erik Zabel in der Jugendklasse dort bereits Dritter geworden.

Als Profi ebenfalls in Schweizer Diensten fährt der Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele von Peking, Roger Kluge, der am 3. Oktober im Nationalteam und mit der Startnummer 34 ins Rennen gehen wird. Für den IAM-Profi ist es nach 2009, 2012 und 2013 der vierte Start im Münsterland. Das beste Ergebnis des Gesamt-Vierten der Tour of Qatar war am Münsters Schlossplatz bisher Rang 20 vor zwei Jahren.

Für den 22-jährigen Nikias Arndt, derzeit neben Degenkolb auch bei der WM in Spanischen im Einsatz und in diesem Jahr im Trikot seines Teams Giant-Shimano unter anderem Etappensieger beim Critérium du Dauphiné, ist der Start in Münster ebenso eine Premiere wie für Maximilian Schachmann, Jan Brockhoff und Michel Koch. «Aber gerade auch mit diesen jungen Fahrern sind wir am 3. Oktober für eine Überraschung gut», ist sich Udo Sprenger, Vizepräsident des BDR sicher. «Die Jungs sind hoch motiviert und werden sicher eine Chance bekommen, sich zu zeigen – und dann je nach Rennverlauf garantiert alles geben, ihren Kapitän in die perfekte Position zu fahren.»

Der 20-jährige Schachmann, im Nachwuchsteam von Giant-Shimano unter Vertrag, wurde am Montag erst Fünfter der Zeitfahr-Weltmeisterschaften der U23. Vor zwei Jahren hatte der Berliner bei den Junioren im Kampf gegen die Uhr bereits WM-Bronze geholt. Sein Teamkollege Jan Brockhoff (19) wurde in diesem Jahr im Finale der Tour Alsace im französischen Cernay Etappensieger. Komplettiert wird das Nationalteam durch den Wuppertaler Michel Koch aus der italienischen Cannondale-Mannschaft. Der 22-Jährige wurde am Sonntag bei den Weltmeisterschaften Neunter im Mannschaftszeitfahren.

«Natürlich wird in Münster zunächst alles auf John Degenkolb und Fabian Wegmann schauen», so Udo Sprenger. «Aber wir haben verschiedene Optionen und werden im gesamten Rennen sicherlich ein gewichtiges Wörtchen mitreden.» Und wenn für die Fahrer in den weißen Trikots am Ende alles perfekt läuft, könnte es eine Premiere geben. Seit de Verband bei den wichtigsten Rennen in Deutschland eine eigene Auswahl an den Start schickt, um den im Ausland tätigen Radprofis, deren Teams aus Termingründen nicht komplett fahren können, ebenfalls eine Startmöglichkeit zu geben, gab es noch keinen Sieg für das Nationalteam. Aber einer war schon ganz dicht dran: John Degenkolb als Zweiter am 3. Oktober 2011 in Münster.

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