03. Oktober 2018

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Paul Martens gewinnt die Premiere des des Sparkassen Münsterland Giro


Knapp vorne: Paul Martens. Foto: René OehlgenMünster - Paul Martens ist Sieger des Sparkassen Münsterland Giro.2006. Der in Freiburg wohnende Rostocker vom Team Skil-Shimano rette als einziger Profi der vierköpfigen Spitzengruppe nach 203 Kilometern durch das Münsterland zwei Sekunden vor dem jagenden Feld ins Ziel. Nach 4:41:02 Stunden Fahrzeit holten sich im Massenspurt der Belgier Sjef De Wilde aus der Mannschaft Landbouwkrediet-Colnago und der Dortmunder Wiesenhof-Profi Marcel Sieberg die Plätze. Thomas Fothen vom Team Gerolsteiner wurde Vierter, Sparkassen-Profi Jonas Owczarek Fünfter.

Überschattet wurde das Finale der ansonsten erstklassig organisierten Premiere allerdings durch einen kleinen Umweg der Spitzengruppe in der Anfahrt auf die Zielrunde. Das Quartett mit den beiden Münsteranern Fabian Wegmann und Linus Gerdemann aus dem Teams Gerolsteiner und T-Mobile sowie Sebastian Siedler vom Team Milram und Paul Martens war wenige Kilometer vor dem Rundkurs durch Münsters Innenstadt der Ausschilderung für das Jedermannrennen vom Vormittag gefolgt. "Das hat uns bestimmt knapp eine Minute gekostet", schimpfte Fabian Wegmann im Ziel. "Mit dieser Minute wären wir wohl durchgekommen", so der Lokalmatador. Bei der Einfahrt in die letzte Runde hatte Wegmann nochmals angegriffen, wurde dann aber zuerst von seinen Fluchtgenossen und dann vom großen Feld wieder gestellt. "Der Angriff kam wohl zu früh, am Ende war ich einfach platt", so Wegmann, der am Ende sichtlich enttäuscht und mit einigem Rückstand ins Ziel rollte. Im Laufe des Rennens hatte er jedoch die Sprintwertung für sich entschieden. Sieger der Bergwertung war Paul Martens geworden.

Start der glänzend besetzten Premiere des Rennens war in Coesfeld. Von dort ging das Feld um U23-Weltmeister Gerald Ciolek, der das Rennen allerdings bereits frühzeitig aufgab, auf eine dreieinhalb Mal zu absolvierende Runde durch das Münsterland und die Baumberge. Trotz teilweise eher ungemütlichen Wetters verfolgten allein in Münster über 20000 Zuschauer das Rennen, dazu kamen mehrere tausend Fans in den Durchfahrtsorten Coesfeld, Billerbeck, Havixbeck und Nottuln sowie an den drei härtesten Anstiegen des Rennens.

Auf Initiative von Fabian Wegmann hatte sich die das Rennen bestimmende Gruppe bereits früh abgesetzt. "Ich hatte gesehen, dass Fabian vorne ist, da wusste ich, dass jetzt mitfahren muss", so Paul Martens in seiner Renn-Analyse. Nach rund 100 Kilometer betrug der Vorsprung des Quartetts 8:25 Minuten. "Da dachte ich, dass es reichen könnte", so Paul Martens nach dem Rennen. Zumindest für ihn reicht es - wenn auch knapp.

Im Finale hatten vor allem das Continental-Team von Rabobank und die Mannschaft von T-Mobile in der Hoffnung auf einen Massensprint zusehends Tempo gemacht. Die Top-Sprinter des Bonner Teams holten mit Olaf Pollack und Andre Greipel am Ende jedoch nur die Plätze sieben und acht. "Ich war eigentlich dabei, den Sprint für Steffen anzuziehen", beschrieb der Dortmunder Marcel Sieberg das Finale an der Spitze des Feldes. "Aber dann hat er mir zugerufen, dass ich weiterfahren soll, er war wohl irgendwie eingeklemmt", so Sieberg zu der Situation, die ihn noch auf das Podest katapultierte. "Erst dachte ich, ich sei noch Zweiter geworden, das war super knapp", so ein zufriedener Profi, der im nächstenf Jahr für das Team Milram sein ProTour-Debüt geben wird.

Weniger zufrieden war jedoch Fabian Wegmann, der das Ziel an der Seite von Linus Gerdemann schließlich erst auf Platz 73 und mit 52 Sekunden Rückstand erreichte. "Ich habe mich auf dieses Rennen gefreut und wollte hier gewinnen. Jetzt fühle ich mich ein wenig um den Sieg betrogen." Gleichzeitig kündigte er jedoch an, im kommenden Jahr einen neuen Anlauf zu starten. "Ich komme wieder", so Wegmann. Es kang bereits nach einer Kampfansage für die Konkurrenz.

Komplettiert wurde der Radsport-Tag durch stark besetzte Jedermann-Rennen über 60 und 90 Kilometer. Mit 1551 Finishern hat sich der Sparkassen Münsterland Giro hier auf Anhieb hinter den Klassikern in Hamburg, Köln und Frankfurt Platz vier in der Hitliste der T-Mobile-Cycling-Tour gesichert. Gleichzeitig gab's in Münster das Finale für diese Serie und die Deutschen Hochschulmeisterschaften auf dem Rennrad, wo weitere 152 Finisher gezählt wurden.

Aus Sicht der Organisatoren gab es ein positives Fazit der Premiere. "Wenn es das Rennen noch nicht gäbe, man müsste es erfinden", so Münsters Oberbürgermeister Berthold Tillmann. Der Sparkassen Münsterland Giro findet in Zukunft immer am 3. Oktober statt. Während das Ziel sich immer in Münster befindet liegen die Startorte und die Rundkurse in den kommenden drei Jahren in den Kreisen Steinfurt, Borken und Warendorf. Stefan Schwenke

www.sparkassen-muensterland-giro.de